Steyr Scout und Leupold VX-L - Zwei Individualisten im Zusammenspiel
Die mittlerweile schon seit zwei Jahren erhältliche VX-L Serie von Leupold (das L steht für 'low') kommt etwas unkonventionell, aber pragmatisch her: es
ist durch eine konkave Aussparung unten am Objektiv tiefergelegt. So etwas hat
es bisher nicht gegeben.
Die Steyr Scout ist eher eine praktische Büchse - sie wurde vor einigen Jahren mit dem bekannten Schießausbilder Jeff Cooper entwickelt als 'Multi Purpose Rifle', also als Mehrzweck-Büchse im gägnigen Kaliber .308 Win. Sie ist robust und führig, aber sie hat von Haus aus mit dem Leupold M8 2.5x28mm IER ein Glas, welches nur für den Tageinsatz geeignet ist. Beide haben in der Jägerschaft durchaus Polarisierungspotential. Was liegt da also näher die Steyr Scout und das Leupold VX-L 3,5-10x56mm einander bekannt zu machen und die Steyr Scout so zu nächtlichen Einsätzen zu befähigen?
Es gibt Dinge im Leben, die sieht man und sagt sich: "DAS isses!"
Als ich vor Jahren das erste Mal eine Steyr Scout sah wusste ich: Die und keine andere! Nun, das Budget damals sprach eine andere Sprache
und so musste die Scout warten. Nach dem Studium bin ich quasi mit dem
ersten Gehaltsscheck in die nächste Frankonia-Filiale
gelaufen und habe sie mir einfach gekauft - beräut habe ich es (fast)
nie. Im Jeff Cooper Paket kommt die Scout mit einem kleinen, weit vorne
auf der Büchse sitzenden Leupold M8 2.5x28mm IER daher, gut für den schnellen, intuitiven Schuß bei Licht. Zur Dämmerung hin darf man recht früh abbaumen, der einzige Wehrmutstropfen bisher.
Vor zwei Jahren sah ich dann in einem der bunten Jägermagazine die neue VX-L Serie von Leupold. DAS war es was bis jetzt gefehlt hat.
Jetzt war es dann endlich soweit - also her damit! Los gehts - das Glas: Leupold VX-L 3.5-10x56mm, Absehen 4 Technische Daten: Gesamtlänge:350 mm Tubus: 25,4 mm (1") Objektivdurchmesser (Breite): 71,7 mm Objektivhöhe (min): 60,3 mm Objektivhöhe (gesamt): 66,8 mm Gewicht: 609 g
Lieferumfang:
- VX-L 3,5-10x56mm im Karton
- Neopren Schutzhülle
- Garantiekarte
- Bedienungsanleitung
- Leupold-Aufkleber
Optionales Zubehör:
- Alumina Flip-Back Lens Covers
- QRW Montageringe
Das
besondere an der VX-L Serie von Leupold ist die konkave Einsparung am
Objektiv unten durch die sich das 56er-Glas etwas über 10mm tiefer
montieren lässt als es mit einem konventionellen 56er-Glas möglich
wäre. So liegt ein 56er-Glas lediglich so hoch wie ein 40er-Glas; der
Schwerpunkt liegt zudem noch etwas günstiger. Nach
meinen Onlinerecherchen sollte das Leupold VX-L 3,5-10x56mm mit dem gewünschten
Absehen 4 1.340 Euro zzgl. Versand kosten - eine Stange Geld, gerade
bei dem aktuellen Dollarkurs. Durch einen Tip wurde ich auf Wolfgang Grau von Grauwolf.net aufmerksam gemacht. Er importiert mitunter selbst direkt aus den
USA und hat eine amerikanische Exportlizenz zur Ausfuhr von Geschossen,
Hülsen und Waffenteilen. Ideale Vorraussetzungen um günstiger an mein
Glas zu kommen. Ich kam günstiger an mein Glas - schnell und
unkompliziert.
Die Montage - eine kleine Herrausforderung: Jetzt hat die Scout zwei Gläser - ich brauche also eine Wechselmontage
auf Weaverbasis, bei der ich die Gläser ohne Werkzeug wechseln kann. Für die Montage sollten also Leupold QRW (Quick Release Weaver)-Ringe
her, wie ich sie auch schon für das originale Leupold M8 2.5x28mm IER Scout-Glas verwende. Diese sind in drei Höhen erhältlich: low, medium und high. Die QRW Ringe in der Version 'High' haben laut Recherche eine Bauhöhe von 12,2 mm. Die
Steyr Scout hat vom System ausgehend quasi einen "Rundumschaft" oben mit
einer fast durchgehenden Weaver-Schiene. Vom Lauf sieht man also gerade
mal knapp die 15cm vor der Mündung - das Objektiv des VX-L Glases liegt bei der Steyr Scout
also nicht, wie eigentlich für das Glas gedacht, über dem Lauf, sondern über der
Weaverschiene. Werden die 12,2 mm reichen? Um das
herauszufinden musste ich im Vorfeld etwas improvisieren. Als
Alternativen zu den Leupold QRW Ringen waren noch die Warne Maxima QD
(Quick Detachable) Ringe im Rennen, in Frage kommen das (umgerechnet) 13,3mm Set und
das (umgerechnet) 16mm Set.
Um es kurz zu machen: bei 12,2mm "Ringhöhe" liegt das Objektiv vorne auf, bei 13,4mm passt noch ein Blatt Papier zwischen Glas und Weaverschiene und klar, bei 16mm passt da ein Mammut durch. Die Warne Maxima QD Ringe sollten also passen. Gestern kam das Paket mit den Montageringen: die Warne Maxima QD Ringe in der Höhe 'High' haben eine Höhe von... 12,8mm :-S Man kann
sich also weder auf die Herstellerangaben, noch auf die entprechenden,
ins metrische System umgerechneten Maße verlassen - man muß einfach
probieren. Die Warne Ringe kommen im Paar mit einer Montageanleitung und dem nötigen Werkzeug für
die Montage, einem Torx-Schlüssel. | | Leupold QRW Ring low
| Warne Maxima QD Ring High
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Die Montage sitzt am Glas und auf der Büchse. Nach dem ersten anziehen
der Schrauben zeigt sich: Es passt perfekt! Zwischen Weaverschiene und
Objektivbogen ist noch ein Spalt von 0,6mm. Traumhaft Das Auf- und
Absetzen geht ohne Probleme, Büchse und Glas kommen sich nicht ins
Gehege.
Die Wiederholgenauigkeit nach dem Einschießen ist nach ersten Test wunderbar, ein Schießbock muß her für eine wirklich genaue Aussage. Aber für die Jagd reicht es auf jeden Fall locker!
Weitere Gläser der VX-L Reihe (mit verschiedenen Absehen):
- Leupold-VX-L 3,5-10x50mm
- Leupold-VX-L 4,5-14x50mm
- Leupold-VX-L 4,5-14x56mm
- Leupold-VX-L 6,5-20x56mm
Weiterführende Links zum Thema: Leupold VX-L 3,5-10x56mm Leupold QRW Montageringe Testbericht Leupold QRW Ringe Warne Maxima QD Ringe Werbespot zu Warne Ringen (YouTube) Steyr Scout, offizielle Website Grauwolf.net
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