Buchenholzteer für die Hosentasche Buchenholzteer ist eine schmierig-klebrige Angelegenheit. Vor einiger
Zeit las ich in der Rubrik Tips & Tricks in einer unserer
Jagdzeitungen von einem Jäger, der immer ein Glas Buchenholzteer dabei
hatte. Beim Ansitz stellte er das geöffnete Glas einfach neben sich, um
so seine eigenmenschliche Witterung dem Wild gegenüber zu übertünchen -
olfaktorische Tarnung also. Seinem Empfinden nach mit Erfolg. Eine gute Idee, dachte
ich mir so. Eines Tages rollte mir dann so eine Spritzkartusche, wie
man sie gewöhnlich für Silikon und anderes Dichtungsmaterial erhält,
gefüllt mit Buchenholzteer vor die Füsse. Ein tolles Zeug:
geruchsintensiv, klebrig-schmierend, hinterlässt gerne bleibende
Eindrücke in der Ausrüstung, speziell in der Bekleidung - wo es sich
sehr hartnäckig hält
Das Zeug in einem Glas immer mit dabei und alles einsauen? Never! Aber ich hatte da eine
Idee...
Wenn es um Gerüche geht, sind wir ja auch alle ganz gross: wir benutzen
jeden Tag irgendwelche Mittelchen gegen Körpergeruch. Und die sollen auch immer nur genau dort hin, wo sie gebraucht werden: an den Körper.
Und die Mittelchen sollen überhaupt nicht überall an die Klamotten, ans Frühstücksbrot oder an alles andere, was uns umgibt. Das Problem war also schon längst gelöst - fast. Deodorants sind in der Regel entweder flüssiger als Buchenholzteer oder gar eher in Festform. Es musste also eine Duftverwahrung her, die sowohl dem Buchholzteer durchaus seine volle geruchliche Entfaltungsmöglichkeit liess, als auch die zäh-klebrige Masse an sich im Zaum zu halten - für die Hosentaschentauglichkeit.
BAC hat noch Deo Sticks im Programm, in denen man anstatt der Deo-Masse
eine kleine Farbrolle aus dem Baumarkt einsetzen kann. Was dabei
rauskommt habe ich im folgenden dokumentiert:
Materialliste:
- 1x BAC Deo-Stick (gibt es sogar in grün )
- 1x 6cm Farbrolle (Plüsch, Schaumgummi löst sich auf)
- 1-2x Schraubhaken
- Buchenholzteer
Werkzeug:
- Heissklebepistole
- Akkuschrauber mit (Senk-)Bohrer
- Lötkolben
- alternativ: dicker Nagel & Feuerzeug

Vorbereitung des leeren Deo-Sticks:
wenn der Deo-Stick aufgebraucht ist, schraubt man einfach den
Führungsring für die Deo-Masse raus und wäscht die Deo-Reste vom
Führungsring und Gehäuse in warmem Wasser aus. Der Führungsring wird
später die Farbrolle aufnehmen.
Da die Farbrolle etwas kürzer ist als die ursprüngliche Deo-Masse und
der Führungsring später umgekehrt im Gehäuse sitzen wird, müssen wir
die Farbrolle an beiden Seiten öffen. An der Unterseite (die
eigentliche Aufnahme für den Farbrollenhalter) müssten wir die Aufnahme
so aufbohren, daß der Gewindekanal des Führungsringes in den Aufnahmehülse der Farbrolle passt. Am besten geht das mit einem
Senkbohrer, der kann sich nicht festfressen und lässt den schönen
Plüsch in Ruhe. Auf den Bildern ist noch ein Holzbohrer zu sehen -
stellt Euch einfach vor, es wäre ein Senkbohrer

Am oberen Ende der Farbrolle muss man noch Platz für das Gewinde
schaffen, auf dem der Führungsring läuft. Da der Führungsring, wie
schon beschrieben umgekehrt auf dem Gewinde laufen wird und die
Farbrolle kürzer ist, muss das Gewindeende oben durch die Rolle kommen
können, sonst läuft man Gefahr die Farbrolle vom Führungsring
abzudrehen. Man könnte auch das Gewinde im Gehäuse versuchen zu kürzen.
In diesem Fall habe ich mit dem Lötkolben einfach ein Loch
reingeschmolzen - die Farbrollen sind in der Regel Komplett aus
Kunststoff, das geht also butterweich.
Der Deo-Stick und die Farbrolle sind jetzt für die 'Endmontage' vorbereitet.
Klebepistole anschmeissen.
Jetzt wird der Führungsring mit dem Gewindekanal in den Aufnahmehülse der Farbrolle gesteckt. Ich habe für einen besseren Sitz des
Führungsringes zusätzlich noch kleine Nuten in den Aufnahmehülse der
Farbrolle geschnitten. Sitzt alles an Ort und Stelle? Dann her mit der
Heissklebepistole.
Aber Achtung: durch den Aufnahmehülse der Farbrolle muss später das
Gewinde laufen - die darf also nicht mit Kleber vollgeknallt werden!
Am besten füllt man alles rund um den Gewindekanal satt mit Kleber, so
daß der Gewindekanal sicher in der Aufnahmehülse der Farbrolle sitzt und
noch zusätzlich schön mit dem Plüsch verbunden ist - sicher ist sicher
.
Das war es dann eigentlich schon. Der Führungsring mit der Farbrolle
kann jetzt in das Gehäuse gesetzt und rein- und rausgeschraubt werden.
Jetzt kann man den Plüsch schön satt mit Buchenholzteer einwirken
lassen - riecht gut! Reinschrauben, Deckel drauf, ab in die Hosentasche
- schmiert nicht, klebt nicht!
Man kann jetzt zusätzlich noch die Schraubhaken anbringen - nicht immer
hat man einen sicheren Stellplatz. Ich habe immer ein Stück Schnur
dabei, an dem ich die 'Stinkmorchel' sicher aufhängen kann. Der Haken
im Schraubboden ist verklebt und dient zum Aufhängen, der am Deckel zur Sicherung des
Deckels, wenn nötig.
Die 'Stinkmorchel' zählt jetzt seit Jahren fest zur mitgeführten
Ausrüstung: sie riecht nur dann, wenn sie soll, sie schmiert nix voll,
nimmt keinen Platz weg, wiegt nichts und ist günstig in der Anschaffung.
Viel Spaß beim Nachbauen!
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